
Warum wir Romanheldinnen bewundern und uns selbst klein machen
Kennst du auch diese Tage, an denen du nach der Arbeit, voll von all den anderen Menschen, ihren Geräuschen, Fragen, Bitten und Anforderungen nach Hause kommst und statt Entspannung erwartet dich der volle Geschirrspüler, der krümelige Küchenboden und ein leer gähnender Kühlschrank? Auf deinem Handy fünf unbeantwortete WhatsApp-Nachrichten, deine Familie in Warteposition – denn jetzt sind sie doch dran ein Stück von dir abzubekommen? Ständig, ach was, jederzeit ist da jemand, der oder die an dir zieht, zerrt und einfordert. Manchmal auch bittet – meist steckt schließlich keine böse Absicht dahinter. Und du? Du schlitterst von einem To-Do zum nächsten, abgehetzt, müde, ausgesaugt. Du kommst Bitten nach, springst hilfsbereit ein, wann immer nötig und liest den Menschen in deinem Umfeld ihre Wünsche schon von den Augen ab, da haben diese nicht mal den Gedanken zu Ende formuliert. Stattdessen würdest du viel lieber mit einer Tasse Pfefferminztee und deinem neuen Buch eingekuschelt auf dem Sofa sitzen? Endlich deinen Vorsatz wahr machen und den Pole-Tanz-Kurs besuchen? Mit deiner Freundin zum Spinning gehen oder zumindest mal wieder die Laufschuhe anziehen und einfach raus, raus, raus? Aber nichts davon tritt ein, denn: Du hast keine Zeit. Du bist müde vom Funktionieren, vom Dasein. Du
